Mit einer Ariane-5-Rakete starteten die beiden europäischen Weltraumteleskope Planck und Herschel am 14. Mai 2009 planmäßig vom Weltraumbahnhof Kourou ins All. 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt sollen die beiden nun Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Universums erforschen. Erfahren Sie hier alles Wissenswerte rund um die neue Satellitengeneration.
Planck und Herschel legten einen Bilderbuchstart hin. Tilmann Althaus, Redakteur bei Sterne und Weltraum, war während des Starts beim Europäischen Raumflugkontrollzentrum der ESA in Darmstadt und verfolgte den Start.
Mit einem Teleskop macht man Bilder vom Himmel, das ist allgemein bekannt. Dass in einem solchen Bild zwei weitere Teleskope auftauchen, nun gut, das mag noch angehen. Doch die am 15. Mai gemachten Aufnahmen von Herschel und Planck sind etwas Besonderes, findet Luft- und Raumfahrtingenieur Michael Khan.
Herschel wird im infraroten Spektralbereich mit so scharfen Augen sehen können, wie wir es bisher nur mit Hubble im Sichtbaren erlebt haben. Dietrich Lemke stellte die Mission in der Januarausgabe 2008 von Sterne und Weltraum vor.
Planck wird die kosmische Hintergrundstrahlung mit bislang unerreichter Präzision vermessen. Jan Tauber, der für das gesamte Projekt verantwortliche Wissenschaftler, und einige seiner Mitarbeiter berichten in der Februarausgabe 2008 von Sterne und Weltraum über die Funktionsweise und die wissenschaftlichen Ziele des Weltraumteleskops.
Die Arbeitsplätze von Herschel und Planck liegen jenseits der Mondbahn in antisolarer Richtung. Von dort können sie den Himmel ungestört von atmosphärischen Einflüssen beobachten. Wie die Teleskope ihren Einsatzort erreichen, und was nötig ist, um dort zu verweilen, schilderte Martin Hechler in der Januarausgabe 2008 von Sterne und Weltraum.
An Bord trägt Herschel zwei Instrumente, die Forscher aus den Max-Planck-Instituten für extraterrestrische Physik, für Astronomie, für Radioastronomie und für Sonnensystemforschung mitentwickelt haben.
Die ESA hat zum Start von Herschel und Planck eine Sonderseite eingerichtet. Hier finden sie zahlreiche Bilder, Videos sowie technische Daten und werden ständig auf dem Laufenden gehalten - allerdings in englischer Sprache.
Zum Start von Herschel und Planck präsentieren mehr als 30 deutschsprachige Planetarien sowie die ESA ihr erstes gemeinsames Planetariumsprogramm. "Augen im All - Vorstoß ins unsichtbare Universum" ist ab dem 7. Mai in deutschen, österreichischen und schweizerischen Planetarien zu sehen.