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Rezension | 08.05.2009
Quelle: Sterne und Weltraum 05/2009
 

Einstieg leichtgemacht

Die außergewöhnliche Aufmachung des Praxissets Astronomie sticht sofort ins Auge. Die kompakte Zusammenstellung liefert alles zum Beobachten. Die Praxis ging leider nicht gut los. Die etwas sehr verspielte Taschenlampe funktionierte nicht, doch das kann schon einmal passieren.

Die drehbare Sternkarte ist für eine nördliche Breite von 55 Grad ausgelegt, also etwa für Nordengland. Im Süden Bayerns (etwa 48 Grad nördlicher Breite) könnte man da schon noch Sterne am südlichen Horizont sehen, welche die Karte nicht zeigt. Doch das ist kein Makel, denn die Karte soll ja zunächst nur der groben Orientierung dienen, und der Horizontbereich lässt sich meist schlecht beobachten. Die Sternkarte ist übersichtlich gestaltet und die Drehscheibe leichtgängig einstellbar. Im Klappdeckel befinden sich wichtige Hinweise zum Aufbau und zur Benutzung der Karte. Im Zuge der Beschreibung der Zeiteinstellung ist die Rede von Ortszeit. Leider wird der Einsteiger mit diesem Begriff dann allein gelassen.

Die beiliegenden 44 Sternkärtchen mit 88 Sternbildern dienen dem genaueren Kennenlernen der Sternbildregionen. Auch hierzu findet sich eine kurze Erläuterung im Klappdeckel. Dabei wird die Internationale Astronomische Union etwas lax als astronomische Vereinigung bezeichnet. Zudem wurden die Begriffe Rektaszension und Deklination in der Mustersternkarte vertauscht.

Originell ist die Idee, jeder der Sternbildkarten eine kleine Breitengradkarte beizufügen, die schnell zeigt, wo auf der Erde das jeweilige Sternbild zu beobachten ist. Die Sternbildkärtchen sind zwar etwas klein, dafür aber handlich. Sie sind klar gestaltet und enthalten die fürs Erste wesentlichen Informationen. Die eingeführten Beobachtungssymbole erleichtern dem Nutzer die Entscheidung für die richtige Beobachtungstechnik.

Das Einführungsbuch bietet eine gute Grundlage für den Einsteiger in die Himmelsbeobachtung. Es ist klar gegliedert, verständlich geschrieben und vor allem ausreichend und passend bebildert. Im ersten der drei großen Kapitel lernt man etwas über die Objekte des Sternhimmels, wie man sie finden und letztlich beobachten kann. Das zweite Kapitel gibt einen Überblick über die Objekte des Sonnensystems, der auf dem neuesten Stand ist. Man sollte jedoch nicht sagen, dass zum Sonnensystem drei Zwergplaneten gehören (S. 24 oben), da diese Zahl relativ schnell wachsen wird (mittlerweile sind es schon fünf).

Im letzten Kapitel werden für jeden Monat des Jahres die markantesten Himmelsobjekte und -erscheinungen beschrieben, so dass der Neuling nichts "verpassen" kann. In den Sternkarten, die der Ekliptik folgen, werden die Positionen der mit bloßem Auge sichtbaren Planeten jeweils für die Monatsmitte bis zum Jahr 2012 angezeigt. Ihr "Wandeln" wird damit schon im Voraus erkennbar und die unterschiedlichen Winkelgeschwindigkeiten in Bezug auf die Erde geben Kunde von ihren Entfernungen. Zugleich rücken die Sternbilder der Ekliptik ins Bewusstsein. Das Register am Ende des Buchs lässt leider einige wichtige Begriffe wie zum Beispiel Himmelsäquator ungenannt.
Olaf Fischer
Der Rezensent betreut seit 2005 als Didaktiker der Physik und Astronomie unser Schulprojekt "Wissenschaft in die Schulen".

 
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