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ASTROnews | 02.03.2009

Chinesische Mondmission Chang'e-1 beendet

Die chinesische Mondsonde Chang'e-1 schlug am 1. März um 9:13 Uhr MEZ hart auf der Oberfläche des Erdtrabanten auf. Der Einschlag erfolgte auf der Mondvorderseite im "Meer der Fruchtbarkeit" bei den Koordinaten 1,5 Grad südlicher Breite und 52,36 Grad östlicher Länge.
Die chinesische Mondsonde Chang'e-1


Chang'e-1 wurde nach 16 Monaten in der Mondumlaufbahn absichtlich auf die Mondoberfläche gelenkt, um den chinesischen Missionskontrolleuren die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen für eine zukünftige Landesonde zu sammeln. Für das Jahr 2012 plant die Volksrepublik China, einen Rover weich auf der Mondoberfläche zu landen, ähnlich den russischen "Lunochod"-Rovern in den frühen 1970er Jahren.

Chang'e-1 kartierte während seiner Mission die gesamte Mondoberfläche dreidimensional und konnte die Verteilungen wichtiger gesteinsbildender Minerale in der Mondkruste bestimmen. Die Auswertungen des reichen Datensatzes haben gerade erst begonnen. Chang'e-1 trat im November 2007 in eine Mondumlaufbahn ein, wir berichteten.

Die Wochen vor dem Aufschlag nutzten die Missionskontrolleure dazu, mit Chang'e-1 Bahnmanöver zu fliegen und die Flugeigenschaften der Sonde voll auszutesten. Außerdem wollten sie die "Mascons", die Massenkonzentrationen in Mondkruste und Mantel, erkunden, die Satelliten in einer Mondumlaufbahn stark ablenken können.

Die Mondoberfläche aus Sicht von Chang'e-1
Diese Mascons wurden schon in den 1960er Jahren mittels der russischen Luna-Sonden und der US-amerikanischen Lunar-Orbiter-Sonden entdeckt. Es handelt sich um Ansammlungen dichteren Gesteins unter den großen Einschlagbecken auf der Mondvorderseite. Wahrscheinlich stieg nach den Einschlägen der Mondmantel auf und bildete dabei große Mengen an basaltischem Magma nahe der Mondoberfläche. Dieses durchbrach die Oberfläche und überflutete dann als Lava die tiefergelegenen Einschlagbecken und schuf dabei die heutigen dunklen "Mondmeere".

Durch die Anwesenheit des schwereren Mondmantelgesteins nahe der Oberfläche ist dort das Schwerefeld des Mondes lokal erhöht und kann dadurch Mondsatelliten aus ihrer Bahn ablenken. Steuert man diesen Störungen nicht aktiv entgegen, so stürzen Mondsonden auf einer engen Mondumlaufbahn nach wenigen Monaten ab. Auch bei einem Landeanflug sind die Mascons heikel und müssen bei der Flugplanung berücksichtigt werden, weil es sonst zu einem unkontrollierten Absturz kommen kann.

Tilmann Althaus
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