Chang'e-1 wurde nach 16 Monaten in der Mondumlaufbahn absichtlich auf die Mondoberfläche gelenkt, um den chinesischen Missionskontrolleuren die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen für eine zukünftige Landesonde zu sammeln. Für das Jahr 2012 plant die Volksrepublik China, einen Rover weich auf der Mondoberfläche zu landen, ähnlich den russischen "Lunochod"-Rovern in den frühen 1970er Jahren.
Chang'e-1 kartierte während seiner Mission die gesamte Mondoberfläche dreidimensional und konnte die Verteilungen wichtiger gesteinsbildender Minerale in der Mondkruste bestimmen. Die Auswertungen des reichen Datensatzes haben gerade erst begonnen. Chang'e-1 trat im November 2007 in eine Mondumlaufbahn ein, wir berichteten.
Die Wochen vor dem Aufschlag nutzten die Missionskontrolleure dazu, mit Chang'e-1 Bahnmanöver zu fliegen und die Flugeigenschaften der Sonde voll auszutesten. Außerdem wollten sie die "Mascons", die Massenkonzentrationen in Mondkruste und Mantel, erkunden, die Satelliten in einer Mondumlaufbahn stark ablenken können.
Durch die Anwesenheit des schwereren Mondmantelgesteins nahe der Oberfläche ist dort das Schwerefeld des Mondes lokal erhöht und kann dadurch Mondsatelliten aus ihrer Bahn ablenken. Steuert man diesen Störungen nicht aktiv entgegen, so stürzen Mondsonden auf einer engen Mondumlaufbahn nach wenigen Monaten ab. Auch bei einem Landeanflug sind die Mascons heikel und müssen bei der Flugplanung berücksichtigt werden, weil es sonst zu einem unkontrollierten Absturz kommen kann.
Tilmann Althaus






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