Die Bahngeometrie macht das Erkennen des Kometenschweifes von Lulin nicht einfach, zumal Staub- und Ionenschweif in verschiedene Richtungen zeigen. Aber hätte man in Ihrer Übersichtsgrafik den Schweif nicht anders herum zeichnen müssen? Auf den meisten Astroaufnahmen sehe ich einen Schweif, der nach Osten (also vom Löwen in Richtung Jungfrau) zeigt.
Mit freundlichen Grüßen,
Uwe Lemmer
Uwe Lemmer, Stuttgart
Antwort der Redaktion: Die Sache ist etwas komplizierter. Da wir uns derzeit fast genau zwischen der Sonne und dem Kometen, und zudem fast genau in seiner Bahnebene, sehen wir den in der Bahnebene verteilten Staub zu beiden Seiten des Kometen, allerdings auf der Ostseite (in Flugrichtung "hinter" dem Kometen) wesentlich deutlicher. Das ist der Schweif, den Herr Lemmer in seiner Frage diskutiert. Der Gasschweif dagegen war Anfang des Jahres nach Westen gerichtet (wie in der Übersichtskarte). Dann war er Mitte Februar eine Weile praktisch unsichtbar, da er genau von uns weg zeigte und von der Koma überlagert wurde. Und nach seiner kürzlich durchlaufenen Opposition wird der Komet uns ab jetzt seinen Gasschweif nach Osten gerichtet präsentieren. Dieser Richtungswechsel ist in der Karte nicht korrekt wiedergegeben. UB
Teilchenbeschleuniger: Vorstoß in die Physik des 21. Jahrhunderts • Hightech-Teleskope: Bis an die Grenzen des Universums • Raumfahrt: Aufbruch zu unseren kosmischen Nachbarn • … »
Astronomen präsentieren ihre schönsten Aufnahmen im Großformat. Das Kalendarium bietet zusätzlich auch wichtige Hinweise auf herausragende Himmelsereignisse. »