Bei diesem ersten Vorbeiflug nach 33 Jahren konnte Messenger rund 20 Prozent der von Mariner 10 nicht erfassten Oberfläche kartieren. Zusätzlich nahm sie auch Gebiete auf, die schon bekannt waren, aber die Kamera von Messenger ist wesentlich leistungsfähiger als die nach heutigen Maßstäben primitive Vidicon-Fernsehkamera von Mariner 10. So war es nicht verwunderlich, dass die Forscher auch in den bereits kartierten Regionen auf Überraschungen stießen.
So stellte sich heraus, dass das größte Einschlagbecken auf Merkur, Caloris Planitia, statt angenommener 1250 Kilometer Durchmesser, rund 1550 Kilomter groß ist. Außerdem stieß die Kamera von Messenger erstmals auf eindeutige Anzeichen für vulkanische Aktivität auf Merkur.
Derzeit sind die Forscher dabei, die neue Bilderflut von Messenger zu sichten. Rund 1300 Bilder gelangen der Sonde, die weitere 25 Prozent der bislang nicht kartierten Regionen abdecken. Damit erhöht sich die Erfassung der Merkuroberfläche auf rund 90 Prozent.
Schon die ersten veröffentlichten Bilder boten Überraschungen: Ein Bild, das rund 90 Minuten nach der dichtesten Annäherung aufgenommen wurde, zeigt einen zu rund dreiviertel beleuchteten Planeten. Auffällig sind die ausgeprägten Strahlenkrater, die an die Einschlagkrater Tycho oder Kopernikus auf unserem Mond erinnern. Auf anderen Aufnahmen des Planeten waren derartige Krater bislang nicht Erscheinung getreten.
Auch in den neu erfassten Regionen zeigen manche Einschlagkrater deutliche Spuren einer tektonischen oder vulkanischen Überprägung: So durchziehen bis zu zwei Kilometer hohe Verwerfungen einige Krater, sie entstanden also deutlich nach dem Einschlag eines Asteroiden oder Kometen.
Die neuen Messdaten und Bilder von Merkur sind aber nur als erster Vorgeschmack der Mission zu verstehen, denn die eigentliche Mission von Messenger steht noch bevor. Nach einem dritten und letzten Merkurvorbeiflug im September 2009 soll die Sonde im März 2011 in eine Umlaufbahn um den sonnennächsten Planeten eintreten und ihn für mindestens ein Jahr aus der Nähe vollständig kartieren.
TA






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