Der Start der beiden Missionen Herschel und Planck wird in wenigen Monaten erwartet. Eine Ariane 5 wird vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou aus in den Weltraum starten und gleich beide Astronomiesatelliten zu ihren Arbeitsplätzen jenseits der Mondbahn in antisolarer Richtung tragen. Von dort aus können sie den Himmel ungestört von atmosphärischen Einflüssen beobachten. Und wenn sie die Sonne »im Rücken« haben – oder besser: auf den energiespendenden Solarzellen –, dann stehen auch weder Mond noch Erde in ihrem Gesichtsfeld. Darin liegt die Stärke dieses Standorts; wie man ihn erreicht, und was nötig ist, um dort zu verweilen, das schildert Martin Hechler auf den Seiten 48–55. Das Weltraumteleskop Herschel mit seinem 3,5-Meter-Spiegel wird dann als größtes Weltraumteleskop in Betrieb sein – erstmals werden wir auch im infraroten Spektralbereich den Himmel mit so scharfen Augen sehen können, wie wir es bisher nur mit Hubble im Sichtbaren erlebt haben. Dietrich Lemke beschreibt die Mission auf den Seiten 36–46. Drei neue Ergebnisse aus der Forschung möchte ich hier kurz hervorheben. Erstens: Wie auf Seite 24–25 geschildert, haben die Exoplanetenjäger beim Stern 55 Cancri A den fünften Planeten entdeckt. Damit ist dieses Planetensystem in seiner Komplexität unserem eigenen schon recht ähnlich; das wiederum bedeutet, dass die Beobachtungstechnik seit der Entdeckung des ersten Exoplaneten vor zwölf Jahren enorme Fortschritte gemacht hat, und dass auch so hochgradig differenzierte Planetensysteme wie das unsere im Universum wohl tatsächlich sehr häufig vorkommen. Zweitens: Der Beitrag von Jörg Hörandel über den Ursprung der kosmischen Strahlung in den Zentren aktiver Galaxien (Seite 28–35) beantwortet – zumindest ansatzweise – eine Jahrhundertfrage. Und drittens: Die kurze Mitteilung auf Seite 26, dass die Rotverschiebungen der Supernovae vom Typ Ia sich möglicherweise auch ohne die Annahme einer rätselhaften »Dunklen Energie« erklären lassen, nimmt uns eine weitere Illusion: Das letzte Wort über die Struktur des Kosmos als Ganzes wird so bald nicht gesprochen sein! Weil diese aktuelle Forschung so spannend ist, bemühen wir uns mit unserem Projekt »Wissenschaft in die Schulen!« nach Kräften, ihre Themen so darzustellen, dass sie im ganz normalen Physikunterricht behandelt werden können. Dazu stellen wir im Internet (www.wissenschaft-schulen.de) umfangreiches didaktisches Material frei zur Verfügung. In diesem Monat geht es dort zum einen um das Weltraumteleskop Herschel, zum anderen um die Reise zum Librationspunkt L2. Wer nun aber als Amateur den direkten Weg zum Himmel sucht, dem empfehlen wir die Anschaffung eines geeigneten Teleskops, zum Beispiel eines Dobsons, der sich für die visuelle Beobachtung besonders gut eignet. Wie schnell das unvergleichliche Ziel – nämlich das reine Beobachtungsvergnügen – damit zu erreichen ist, das schildert uns unser Leser Anthony Armour auf Seite 90–91. Viel Spaß beim Beobachten!
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Die umfassende Weltraumperspektive für alle, denen die kosmische Umgebung unserer Erde nicht gleichgültig ist. Experten ihres Fachs beschreiben für Sie das faszinierende Geschehen im Weltall. »