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Leserbrief | 16.03.2007

Mehrere Staaten planen Reisen zum Mars

Eigentlich wäre ein gemeinsames Projekt kostengünstiger und die Erfahrung von Wissenschaftlern mehrerer Staaten könnte in ein Projekt fließen, vergleichbar der ISS.
Was hindert die Staaten eigentlich, nicht erst auf dem Flug zum Mond mehr Erfahrungen zu sammeln?
Klaus Deistung, Wismar
deistung@gmx.de
 
Antwort der Redaktion:

Sehr geehrter Herr Deistung,

Vielen Dank für Ihren Leserbrief.
Ich kenne den von Ihnen angegebenen Artikel in der Ostseezeitung nicht, deshalb kann ich seinen Inhalt nicht beurteilen. Was Ihre Frage nach einer internationalen Marsmission betrifft: Die Erfahrungen, die die Nationalstaaten mit internationalen Großprojekten in der Raumfahrt gemacht haben – vor allem die ISS –, waren durchaus nicht nur positiv. Internationale Großprojekte bergen immer die Gefahr, dass sich die Mitglieder über Zuständigkeiten streiten und vor allem über die Finanzierung. Da kann es passieren, dass eine Seite sich dabei mehr oder weniger benachteiligt fühlt, zum Beispiel das deutsche Industriekonsortium im Galileo-Projekt oder die Amerikaner bzw. die Europäer (jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven) bei der ISS. Gerade jüngst haben die Deutschen vorgeschlagen, eine eigene Mondmission zu entwickeln, um neben ihren erheblichen Budget-Aufwendungen für die Esa auch wieder einen nationalen Akzent zu setzen.

Ich kenne die Motivationen der Supermächte – insbesondere der Amerikaner – nicht im Einzelnen, aber offenbar halten sie es für besser, in der Raumfahrt (und nicht nur dort) künftig wieder stärker auf nationale Alleingänge zu setzen. Das wiederum veranlasst die anderen, ihrerseits mit nationalen Projekten nachzuziehen. Bei den Russen spielt sicherlich auch das Bedürfnis eine Rolle, künftig wieder ein stärkeres geopolitisches Gewicht zu erlangen.

Nichtsdestotrotz wollen alle erstmal zum Mond – und zwar in nächster Zukunft. Der Mars liegt, damit verglichen, noch in weiter Ferne.

Viele Grüße,
Frank Schubert

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