Im März 2011 entdeckten David Burrows von der Pennsylvania State University mit dem Satelliten Swift eine neue Gammastrahlenquelle am Himmel. Die Helligkeit stieg seit 1990 mindestens zehntausendfach an, seit 2010 mindestens hundertfach, berichten die Forscher. Anders als wenige Sekunden oder Minuten andauernde Gammastrahlenausbrüche hielt das helle Leuchten über den gesamten Beobachtungszeitraum von sieben Wochen an und verblasste nur wenig [1]. Ein Team um Ashley Zauderer vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, US-Bundesstaat Massachusetts, untersuchten das Objekt zudem im Radiobereich. Demnach bewegt sich die neue Quelle nahezu mit Lichtgeschwindigkeit [2]. Optische Beobachtungen lokalisierten den Neufund dann inmitten einer bisher inaktiven Galaxie.
In solchen Akkretionsscheiben heizen sich die Sternentrümmer auf und beginnen hell zu leuchten. Hierbei könnten auch die nun beobachteten gebündelten Materiestrahlen entstehen, meinen die Autoren. Bisher würden theoretische Modelle von zerreißenden Sternen nahe Schwarzen Löchern zwar keine Materiejets vorhersagen, doch erkläre das vorgeschlagene Szenario alle beobachteten Eigenschaften ganz natürlich.
In aktiven Galaxienkernen, in denen beständig Materie um das zentrale Schwarze Loch kreist, finden sich ebenfalls energiereiche Materiejets. Allerdings besitzen diese Lebensdauern von mindestens einer Million Jahren, so Zauderer und ihre Kollegen. Deshalb bietet das nun entdeckte, vorübergehende Ereignis eine seltene Gelegenheit, die "Geburt" von solchen Jets zu studieren.
Maike Pollmann





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1. Neutrinos von Swift J1644+57, dem Schwarzen Loch, das grade einen Stern verschluckt ?
18.10.2011, Konrad Marek, Buchloe