Andreas Tilgner von der Universität Göttingen und seine Kollegen kommen zu dem Schluss, nachdem sie den Jupiter in einem kleinen Laborexperiment nachgebaut haben, um eine schon vor einiger Zeit vorgestellte mathematische Simulation handfest zu überprüfen. Demnach sollten sich unter dem Schwerkrafteinfluss eines Monds im Orbit die Schichten jeweils in verschiedenen Breiten einer sich drehenden flüssigen Kugel zu zylindrischen Säulen organisieren. Wo diese Zylindersegmente die Oberfläche durchstoßen, sollten dann die parallel zum Äquator der Kugel verlaufenden typischen Verwirbelungsbänder entstehen.
Im Experiment diente eine flexible, flüssigkeitsgefüllte und silikonumhüllte Kugel als Ersatzjupiter. Den Schwerkrafteinfluss eines Monds simulierten die Forscher mit einer dezenten Verformung des sich drehenden Versuchsballons, wie sie auch unter dem Einfluss der Mondgravitation in der Realität von Gasriesen auftritt. Sie sorgt dafür, dass die im Modell vorhergesagten zylindrischen Flüssigkeitssäulen im Inneren der Kugel auftreten (links im Querschnitt). Auf der Oberfläche bilden sie horizontale Streifen wie die Atmosphärenbänder Jupiters.
Je nach ausgeübtem Druck und Rotationsgeschwindigkeit entstanden tatsächlich bandartige Strukturen auf dem experimentellen Jupiter, die den realen Farbbändern ähneln. Der Effekt ist allerdings recht gering – wahrscheinlich spielen weitere Einflussfaktoren eine Rolle; zudem sind die hydrodynamischen Gegebenheiten des Jupiters sicher nicht exakt simulierbar.
Das südliche Band ist allerdings nicht zum ersten Mal verschwunden – schon Anfang der 1990er Jahre fehlte es zeitweise, ebenso auch auf den Detailaufnahmen, die 1973 von der Jupitersonde Pioneer 10 geschossen wurden. Die Bänder erscheinen dunkel, weil hier höhere, hellere Wolkenschichten fehlen. Wieso die Bewölkung sich plötzlich änderte, bleibt indes mysteriös. (jo)
Morize, C. et al.: Experimental determination of zonal winds driven by tides. Physical Review Letters, im Druck (2010).






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