Nun können Raumfahrtenthusiasten auf den fantastisch scharfen Bildern vom Lunar Reconnaissance Orbiter die Triumpfe und Fehlschläge der russischen Mondsonden nachvollziehen. Rund 55 Terabyte Bilddaten, das entspricht der Datenmenge von fast 80 000 CD-ROMs, stehen dem interessierten Nutzer auf der unten angegebenen Website zur Verfügung.
Der Rover war neben insgesamt sechs Kameras unter anderem mit einem Röntgenfluoreszenzspektrometer zur chemischen Analyse der Mondgesteine und einem Penetrometer zur Untersuchung der Bodenfestigkeit ausgerüstet. Zusätzlich befanden sich auf seiner Oberseite ein Satz von Reflektoren-Prismen, mit dessen Hilfe sich der Abstand Erde-Mond auch heute noch auf Zentimeter genau bestimmen lässt.
Auf den Bildern waren die Reifenspuren ohne spezielle Bildverarbeitung sofort zu sehen und am Ende der Strecke fand sich Lunochod 2 selbst als ein kleiner dunkler Punkt. Nun lässt sich eine präzisere Karte der Fahrten des Rovers anlegen, als jene, die in Russland in den 1970er Jahren publiziert wurde.
Auch der Grund für den vorzeitigen Ausfall des Rovers zeigt sich nun deutlich: Lunochod 2 war in einen kleinen Krater hineingefahren und beim Versuch wieder herauszufahren, wurde der Radiator zur Kühlung der Bordelektronik aus Versehen mit Mondboden bedeckt. Dadurch überhitzte sich der Rover und versagte schließlich.
Auch nach anderen Mondsonden lässt sich mittels der Bilder vom Lunar Reconnaissance Orbiter suchen. Dazu werden nur die annähernden Koordinaten der Landestelle und/oder des Aufschlagpunkts und viel Geduld benötigt, die Unmengen an geeigneten Bildern nach kleinen dunklen Punkten abzusuchen, die eine Sonde sein könnten. Mehr dazu finden Sie in den Weblinks unten.
Tilmann Althaus
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