Später fragte er sich, was es noch mit den dunklen Brocken auf sich haben könnte. Am nächsten Tag gaben ihm Bekannte den Tipp, es könnte sich um einen Meteoriten handeln. Er nahm Kontakt mit dem American Musueum of Natural History der Smithsonian Institution in der US-Bundeshauptstadt Washington, DC, auf. Die Planetologin Cari Corrigan konnte nach einem kurzen Blick auf die Gesteinsbrocken bestätigen, dass sie Bruchstücke eines Meteoriten sind.
Sie wiesen auf der Außenseite eine dunkle Schmelzkruste aus geschmolzenem Gestein auf und es ließen sich kleine Körner aus glänzendem Metall erkennen, die aus Eisen und Nickel bestehen. Weitere präzise Untersuchungen stuften dann den Meteoriten als einen gewöhnlichen Chondriten des Typs L6 ein.
Nun ist jedoch ein höchst irdischer Streit um den Besitz des Lorton-Meteoriten ausgebrochen. Während der Finder Frank Ciampi den Meteoriten dem Museum of Natural History überlassen möchte und den Finderlohn von 5000 Dollar den Opfern der Erdbebenkatastrophe von Haiti zukommen lassen will, pocht der Eigentümer des Gebäudes, in dem sich die Zahnarztpraxis befindet, auf die Herausgabe des Fundstücks.
Mittlerweile hat sich der Streit um den Besitz des Meteoriten schon zu den Anwälten des Arztes und den Gebäudeeigentümern verlagert, die gegensätzliche Standpunkte vertreten. Derzeit befindet sich der Stein des Anstoßes noch im Museum of Natural History in Washington, DC, und wird weiter wissenschaftlich untersucht. Noch ist nicht klar, ob es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung um den Besitz des Meteoriten kommen wird.
Obwohl es sich beim Lorton-Meteoriten aus wissenschaftlicher Sicht nicht um ein rares Exemplar handelt, hat er dennoch einen erheblichen finanziellen Wert. Er gehört zu den relativ wenigen Meteoriten, die bei ihrem Fall beobachtet wurden und dabei geringfügige Schäden anrichteten. Meteoritenbruchstücke aus solchen Fällen werden oftmals zu Grammpreisen gehandelt, die das Mehrfache des Goldpreises betragen können. Schätzungen von kommerziellen Meteoritenhändlern zufolge könnte der Lorton-Meteorit bei einem Verkauf mehr als 50 000 Dollar einbringen.
Tilmann Althaus






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