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Magazin | 19.03.2010
WELT DER WISSENSCHAFT: PLANETENFORSCHUNG

Das Iapetus-Rätsel ist gelöst

Wie ein Saturnmond schwarz-weiß wurde
Tilmann Denk
Iapetus, ein Mond des Planeten Saturn, gehört zu den ungewöhnlichsten Objekten im Sonnensystem: Während eine Hemisphäre fast so hell wie Schnee ist, erscheint die andere nahezu schwarz. Kein anderer Körper im Sonnensystem besitzt eine auch nur annähernd vergleichbare Struktur. Diese »Helligkeitsdichotomie« des Iapetus wurde vor mehr als 330 Jahren entdeckt, doch erst jetzt können wir hierfür eine schlüssige Erklärung geben.
Wie entstand die Helligkeitsdichotomie des Saturnmonds Iapetus? Das war eine der letzten noch offenen Fragen, die sich die Planetenforscher bereits im 17. Jahrhundert gestellt hatten. Die Entstehung von Sonnen- und Mondfinsternissen, die Phasen der Venus, die wahre Natur der Kometen oder der »Henkel« des Saturn, die Größe der Erde oder die Distanzen zwischen den Planeten – zu all diesen Fragen kennen wir längst gute, oft sogar vollständige Antworten. Aber die Helligkeitsdichotomie des Iapetus, die erste je auf einem Trabanten jenseits des Erdmonds entdeckte Oberflächenstruktur, entzog sich bislang allen Erklärungsversuchen. Dieser Artikel will hierfür eine Antwort anbieten. Sie basiert auf zwei Veröffentlichungen in der Wissenschaftszeitschrift Science vom Januar 2010 und kombiniert frühere Erklärungsversuche mit Entdeckungen durch die Raumsonde Cassini. Bevor ich die Erklärung vorstelle, möchte ich aber zuerst Iapetus selbst und einige seiner merkwürdigen und im Sonnensystem einzigartigen Eigenschaften sowie die Geschichte seiner Erforschung beschreiben. Mit diesen Hintergrundinformationen sowie den Messungen der Cassini- Sonde lässt sich dann unsere Lösung des Iapetusrätsels gut nachvollziehen.
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» Sterne und Weltraum, April 2010
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