a) Unterkiefer b) Oberkiefer c) Fühler d) Lippentaster e) Füße
Antwort:
Schmetterlinge schmecken mit vielem - nicht allerdings mit dem Oberkiefer.
Erklärung:
Füße riechen manchmal - aber mit Füßen schmecken? Es mag seltsam klingen, aber für so manches Insekt ist das Geschmackserlebnis per pedes gar nichts besonderes - etwa für Fliegen, oder eben für einen Schmetterling. An den Fußgliedern von Falter und Co sitzen Geschmackssinneszellen - so genannte Sensillen -, die wie Haare aussehen. Schmecken mit den Füßen hilft etwa den Weibchen, einen schönen Platz für die Eiablage auszumachen. Sie beurteilen darüber, ob das Blatt dem Nachwuchs - der Raupe - munden könnte oder nicht.
Mit den Füßen zu schmecken ist auch ziemlich praktisch beim Vorkosten: Auf dem Essen gelandet kann Schmetterling schon einmal vortesten, ob der Saft des Fallobstes, der Blütennektar oder auch Schweiß, Blut und Tränen - alles gerne genommen bei manchen Arten - tatsächlich lecker sind. Ist die jeweilige Nahrung nichts wert, so braucht man sich gar nicht erst den Saugrüssel schmutzig zu machen.
Auch wenn das Schmecken bei den Schmetterlingen also größtenteils über die Füße läuft, haben sie durchaus auch an Mundwerkzeugen und Fühlern Geschmacksrezeptoren.
Das auffälligste an den typisch "leckenden Mundwerkzeugen" der Schmetterlinge ist natürlich der Saugrüssel. Er ist eigentlich ein - zugegebenermaßen recht stark - umgebauter "Unterkiefer", eine Maxille. Genauer gesagt besteht er bei den Schmetterlingen aus den einstigen Seitenanhängen der ursprünglichen "1. Maxillen", die sich so miteinander verbunden haben, dass sich zwischen ihnen ein Hohlrohr - der Saugrüssel - bildete. Darauf finden sich auch Geschmacksknospen und so kann der Schmetterling nach dem Vortesten also noch ein zweites Mal genießen, was immer ihm gerade schmeckt. Dabei gibt es allerdings auch Schmetterlinge, die als Erwachsene gar keinen Rüssel besitzen - bemitleidenswerte Geschöpfe, die nie feinen Zuckersaft oder ähnliches schlürfen und dementsprechend kurz leben.
Ein anderes Mundwerkzeug der Falter sind die so genannten Lippentaster, auch Labialpalpen genannt. Diese Palpen, die sich oberhalb des Rüssels befinden, sind dicht behaart, mit Tast-, aber auch mit Riech- oder Schmeckhaaren.
Als Kenner des bayerischen Dialektes weiß man: "schmecken" ist auch gleich "riechen". Und so ist es auch bei Schmetterlingen: Zwischen Riechsensillen, die in besonders großer Menge auf den Fühlern zu finden sind, verbergen sich auch ein paar Schmeckhaare. Die wirkliche Hauptaufgabe der Fühler bleibt jedoch, als Nase zu fungieren - vor allem für die Männchen ist das sehr wichtig, weswegen ihre Fühler besonders stark ausgeprägt sind. Denn um ein Weibchen zu finden, müssen sie deren Duftspuren gut verfolgen können. Dank ihres sensitiven Geruchssinns spüren die männlichen Falter auch tatsächlich Kilometer weit entfernte Weibchen auf.
Bleiben als letztes eben nur die Oberkiefer - die Mandibeln. Während beißende Insekten sie dringend brauchen, haben sie bei den leckenden Schmetterlingen ihre Bedeutung verloren - und sind bis auf ein paar sehr kümmerliche Reste zurückgebildet. Riechen kann mit diesen Restkiefern nicht einmal ein Schmetterling.
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