Vor sechs Jahren sorgte die erfolgreiche Landung von Mars Pathfinder auf unserem roten Nachbarplaneten für Furore.

Als die Sonde im Ares Vallis niederging und dann das kleine Fahrzeug Sojourner über die staubige Gerölllandschaft zuckelte, war eine zwei Jahrzehnte währende Pechsträhne in der Marsforschung zu Ende gegangen. Die US-Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa hatte die Landung medienwirksam auf den 4. Juli 1997, den amerikanischen Nationalfeiertag, gelegt. Abgesehen von dem wissenschaftlichen Erfolg der Mission konnten so auch zwei politische Ziele erreicht werden: Die USA demonstrierten die Überlegenheit ihrer Technologie, und die Nasa konnte ihr durch Sparzwänge und Fehlschläge beschädigtes Ansehen aufpolieren.

Nun wagt die Nasa einen neuen Versuch – mit zwei Sonden gleichzeitig. Am 10. Juni startete von Cape Canaveral die Mission Mars Exploration Rover A (mit Spitznamen Spirit). Vier Wochen später, am 8. Juli, folgte die Schwestersonde Mars Exploration Rover B, genannt Opportunity. Beide Sonden werden im Januar 2004 Landeroboter zur Erforschung der Marsoberfläche absetzen. Dieses Mal ist die Nasa jedoch nicht alleine: Bereits am 2. Juni brachte eine russische Trägerrakete vom Weltraumbahnhof in Baikonur (Kasachstan) die Mission Mars Express der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa auf den Weg zu unserem äußeren Nachbarplaneten. Die Ankunft dort ist für den 25. Dezember vorgesehen.

Mars Express ist die erste europäische Mission, die auf einem anderen Himmelskörper landet. Sie gilt zugleich als Prototyp für so genannte flexible Missionen der Esa im Rahmen ihres Langzeit-Wissenschaftsprogramms "Horizon 2000 plus". Mit derartigen Unternehmungen, die kostengünstig und mit kurzer Vorbereitungszeit durchgeführt werden sollen, will die Esa auf aktuelle wissenschaftliche Fragestellungen reagieren.

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