Einen ungewöhnliche Weg, mehr über die Situation von Spirit zu erfahren, wählten die Missionskontrolleure kürzlich. Da keine der sechs fest installierten Kameras von Spirit unter den Rover blicken kann, schwenkten sie den Roboterarm mit dem Messgeräten unter den Rover. Sie schalteten dann die Mikroskopkamera ein, die sonst Marsgesteine und Marsboden mit einer Auflösung von wenigen Mikrometern ablichtet.
Zwar lässt sich die Mikroskopkamera nur bis zu einem Maximalabstand von sechs Zentimetern scharfstellen, darüber hinaus werden die Bilder unscharf. Dennoch reichten die Bilder dieses "kurzsichtigen" Auges aus, die Unterseite von Spirit zu inspizieren.
Dabei zeigte sich zum Erschrecken der Missionskontrolleure, dass ein Felsbrocken oder ein kleiner Haufen von Lockermaterial möglicherweise bereits den Unterboden des Marsrovers berührt. Sollte sich Spirit bei weiteren Manövern seiner Räder endgültig auf diesem Gebilde niederlassen, dann könnte der Rover an dieser Stelle für immer festsitzen.
Sollte es mit den Rädern nicht möglich sein, sich wieder aus der Falle zu befreien, denken die Missionskontrolleure über radikalere Verfahren nach. So könnte sich der Rover auf seinen Roboterarm mit den Messgeräten stützen und sich so aus der Falle schieben. Derzeit sind die Projektmitarbeiter noch nicht zu solch radikalen Schritten bereit.
Spirit und sein identischer Zwilling Opportunity sind seit mehr als fünf Jahren auf dem Mars aktiv. Ursprünglich sollten beide Rover nur eine Mindestmission von 90 Tagen Dauer absolvieren, die Zeitspanne haben beide Gefährte schon bereits um mehr als das 21-Fache überschritten.
Tilmann Althaus





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