Ist die genaue Zusammensetzung bekannt, lassen sich einerseits Rückschlüsse auf das geologische Alter eines Gebiets ziehen, andererseits erhöht es auch die Chancen, Spirit wieder flott zu kriegen. Die NASA verwendete nämlich die Ergebnisse, um eine Erdreichmischung herzustellen, die den physikalischen Eigenschaften des Troja-Bodens ähnlich ist. Ein Testrover probt nun auf mehreren Tonnen von aufgestapeltem Sand den optimalen Manöverablauf.
Spirit blickt zu den Sternen
Im April und Mai fegten Marswinde einen Großteil des abgelagerten Staubs von Spirits Solarpaneelen weg, so dass dem Rover derzeit so viel Energie zur Verfügung steht, wie seit einigen Jahren nicht mehr. Da er jedoch seine Erkundungsfahrt auf dem Roten Planeten nicht fortsetzen kann, nutzt die NASA die Wartezeit und führt astronomische Beobachtungen durch.
"Wir fotografieren mit der Panoramic Camera den Nachthimmel auf der Suche nach Wolken, Nebel und Dunst in der Marsatmosphäre", sagt Jim Bell vom Rover-Team. Zum gleichen Zweck wurde bisher tagsüber die Sonne abgelichtet. Spirit bildet auf den Langzeitaufnahmen, die bis zu fünf Minuten belichtet werden, nur die hellsten Sterne am Marshimmel ab. Da er keine Nachführvorrichtung an Bord hat, werden die Gestirne zu Strichspuren.
Auch Erde und Venus visiert Spirit nach Sonnenuntergang am Westhorizont an. Mit solchen Dämmerungsaufnahmen bestimmen die Forscher, wie rasch die Nacht nach Sonnenuntergang hereinbricht und leiten daraus die Dunstverteilung in der Atmosphäre ab. Der noch helle Himmel erschwert die Fotografie der beiden Planeten aber beträchtlich und die Experten suchen momentan noch nach den passenden Belichtungszeiten. Neben Planeten und Sternen sollen wohl auch wieder Aufnahmen der beiden Marsmonde Phobos und Deimos entstehen, die schon im Jahr 2005 von Spirit abgelichtet wurden.
Mirco Saner





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