Sterne und Weltraum April 2009

Kosmische Verkehrsunfälle

Liebe Leserin, lieber Leser,

binnen weniger Tage im Februar schrieben zwei merkwürdige Unfälle auf ihre Art Geschichte: Zunächst stießen in den Weiten des Atlantiks zwei Atom-U-Boote zusammen, ein französisches und ein britisches. Dass die Kollision einigermaßen glimpflich ausging, ist auf die niedrige Geschwindigkeit der beiden Waffenträger zurückzuführen. Weniger Glück hatte kurz darauf ein US-amerikanischer Telekommunikationssatellit der Iridium-Serie: Mit mehr als elf Kilometern pro Sekunde prallte er auf den ausgedienten russischen Satelliten Kosmos 2251, der seine Bahn kreuzte. Damit sind erstmals seit Beginn der Raumfahrt zwei künstliche Erdtrabanten kollidiert. Von beiden Satelliten blieben nur Trümmerwolken übrig. Die allerdings haben es in sich: Mit unverminderter Geschwindigkeit rasen sie um die Erde, breiten sich weiter aus, gelangen auch auf höher- und tiefergelegene Bahnen und bedrohen andere Raumflugkörper in der Umlaufbahn (S. 26).

Die Natur freilich kann noch mit ganz anderen Kollisionen aufwarten – und glücklicherweise sind sie weit genug von uns entfernt. In relativ sicherem Abstand von 13 Millionen Lichtjahren verschmilzt gerade eine Spiralgalaxie mit der riesigen elliptischen Galaxie Centaurus A (zu sehen auf unserem Titelbild). Die Sterne bleiben dabei intakt, doch die Dynamik solcher Vorgänge ist gewaltig. Explosive Sternentstehung, Schwarze Löcher und Sternexplosionen sind nur einige der damit verbundenen Schlagworte. Guinevere Kauffmann und Simon White widmen sich dem Aufbau und der Zerstörung, die mit solchen Prozessen verbunden sind (S. 30).

Eine unfallfreie Lektüre wünscht Ihnen Ihr

Uwe Reichert

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