Verursacht wird diese Verzögerung durch Mängel in der Teleskopelektronik. Drei der eingebauten Verstärker des an Bord befindlichen Fotometers verursachen Rauschen. Das Problem war bereits vor dem Start von Kepler bekannt. Dennoch entschied sich das für den Bau des Instruments verantwortliche Team um Doug Caldwell aber gegen einen risikoreichen Eingriff und demzufolge die Zerlegung des Geräts.
Das Störsignal beeinträchtigt nur einen Teil der Daten und soll nun durch Modifizierung der Software behoben werden. Bis dahin ist Kepler zwar in der Lage, Planeten mit Erdmasse zu finden, jedoch nicht in der habitablen Zone eines Sterns.
Zieht ein extrasolarer Planet von etwa Erdgröße bei der Umrundung seines Zentralgestirns von uns aus gesehen vor der Sternscheibe vorbei, so ändert sich seine Helligkeit um rund ein Zehntausendstel. Aus der Stärke und Dauer der Helligkeitsabschwächung folgt der Abstand von seinem Zentralstern. Je nach Temperatur des Sterns berechnet sich daraus die Temperatur auf der Oberfläche des Planeten. Diese ist maßgeblich für seine Bewohnbarkeit. Die habitable Zone bezeichnet demzufolge den Bahnbereich eines Planeten, in dem er weder zu stark aufgeheizt (zu nah am Stern), noch unterkühlt (zu weit vom Stern entfernt) ist.
Das Fotometer des 0,95 Meter großen Teleskops von Kepler misst kleinste Helligkeitsunterschiede. In einem 105 Quadratgrad großen Himmelsfeld werden damit kontinuierlich die Helligkeiten von mehr als einhunderttausend Sternen gleichzeitig über die gesamte Dauer der Mission von 3,5 Jahren gemessen. Dadurch hofft man, mehrere Bedeckungen durch extrasolare Planeten nachweisen zu können.
Janine Fohlmeister





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1. Alles wird Spekulation bleiben
04.11.2009, Maximilian BahnmüllerMan muss heute davon ausgehen, dass unsere Erde wohl ein einmaliger Glücksfall oder zumindest eine Rarität im Universum darstellen könnte. Zu einmalig und singulär sind die kosmischen Komponenten und Bedingungen, mit denen sie entstehen konnte. Dazu gehören ihre praktisch kreisrunde Umlaufbahn um die Sonne, ihr atypisch großer Mond (Schwesterplanet), der die Erdachsenlage stabilisiert usw. usw.
Man sollte also vorsichtig sein, gefundene erdähnliche Planeten als "zweite Erden" einzustufen. Die Kepler-Sonde misst in Sonnensystemen, die Hunderte von Lichtjahren entfernt liegen, und deshalb ist es gewagt, solche Prognosen stellen. Vor 50 Jahren glaubte man auch, dass auf dem Mars - und er liegt nach kosmischen Massstäben direkt vor unserer Haustür - zumindest eine niedrige Vegetation vorherrscht. Als man schlussendlich dann hinflog, musste man feststellen, dass auf dem Mars nicht mal ein "Halbzeller" sein Unwesen treibt.
Fazit: Um nicht nur auf Spekulationen bezüglich erdähnlichen Planeten angewiesen zu sein, müssten wir in Sonnensysteme reisen können, die unfassbar weit entfernt liegen. Aber das können wir nicht, und das werden wir (wahrscheinlich) auch niemals können.