Eine Gruppe Jugendlicher feiert im Partykeller von Karins Eltern. Die Stimmung ist ausgelassen. Georg erzählt gerade einen Witz. Als Karin lacht, sinkt sie plötzlich zu Boden – wie vom Schlag getroffen. Völlig reglos bleibt sie liegen. Rasch werden die Eltern der 17-Jährigen geholt. Sie versichern den Kameraden, dass Karin solche "Anfälle" schon häufiger gehabt habe und diese meist in Sekunden vorbeigingen. Doch diesmal dauert der merkwürdige Ohnmachtsanfall länger als gewöhnlich.

Kurze Attacken von totaler oder teilweiser Muskelschwäche (Kataplexie) gehören zu den typischen Symptomen von Narkolepsie, einer krankhaften Störung der Schlaf-Wach-Regulation. Das junge Mädchen bleibt während des Anfalls bei vollem Bewusstsein und erinnert sich später an alles, was um es herum geschah und gesprochen wurde. Karin kann den Freunden, die sich zu verabschieden beginnen, aber nicht signalisieren, dass sie nicht fortgehen sollen. Nach fünf Minuten hört die Attacke plötzlich auf. Karin steht auf, und der Alltag hat sie wieder.

Erst seit kurzem leidet sie an solchen Zusammenbrüchen. Sie hat schon welche erlitten, die fast eine halbe Stunde anhielten. Fast immer trifft sie der Anfall in einer völlig unpassenden Situation. Es dauerte einige Zeit, bis die Ärzte bei ihr eine Narkolepsie diagnostizierten.

Narkolepsie – im Volksmund auch als "Schlafsucht" oder "Schlafkrankheit" bekannt – ist immer noch eine weitgehend unverstandene neurologische Erkrankung (nicht zu verwechseln mit der ebenfalls "Schlafkrankheit" genannten tropischen Infektionskrankheit). Bei einem kataplektischen Anfall geht zwar die Skelettmuskelspannung verloren, das Bewusstsein aber nicht. Der Tonusverlust wird häufig durch heftige Gemütsregungen ausgelöst: besonders oft durch Lachen, aber auch durch Schreck, Ärger, Über