Quasare sind die leuchtkräftigsten Objekte im Universum. Sie strahlen vielhundertmal heller als unser Milchstraßensystem, in dem immerhin etwa zehn Milliarden Sterne leuchten. Dabei sind sie in kosmischen Maßstäben betrachtet winzig: Licht, das sich mit 300000 Kilometern pro Sekunde ausbreitet, bräuchte nur wenige Tage, um sie zu durchqueren, doch einige zehntausend Jahre, um von einem Ende unserer Galaxis zum anderen zu gelangen.

Wie nur können Quasare so viel Energie in einem so kleinen Volumen erzeugen? Läßt sich ihr Vorhandensein überhaupt mit den bisher bekannten Gesetzen der Physik erklären? Um einer Antwort näherzukommen, richten die Astronomen ihre modernsten Instrumente – darunter auch das Hubble-Weltraumteleskop – auf diese rätselhaften Strahlungsmonster.





3C273 – der erste Quasar




Die Entdeckungsgeschichte der Quasare begann Anfang der sechziger Jahre, als man versuchte, einige der bekannten Radioquellen am Himmel mit im sichtbaren Licht erkennbaren Objekten in Verbindung zu bringen. Dies war damals eine große Herausforderung, denn das Auflösungsvermögen eines Radioteleskops ist viel kleiner als das eines optischen Fernrohrs, so daß sich die Position der untersuchten Radioquelle nicht genau genug ermitteln ließ.

Cyril Hazard, ein junger Astronom an der Universität Sydney (Australien), hatte jedoch eine Idee: Eine auffällige Radioquelle im Sternbild Jungfrau mit der Katalogbezeichnung 3C273 müßte gelegentlich vom Mond bedeckt werden, wenn dieser auf seiner monatlichen Bahn dort entlangzog. Zusammen mit John Bolten, dem Direktor des neugebauten Radioteleskops des australischen Nationalen Radioastronomischen Observatoriums bei Parkes in Neusüdwales, richtete Hazard 1962 die 64-Meter-Parabolantenne auf diese Quelle. Durch die genaue Messung der Zeitpunkte, zu denen das Radiosignal beim Vorbeigang der Mondscheibe verschwand und wieder auftauchte, wollten sie die Position der Quelle exakt best