Ein Team um Amanda Gulbis vom MIT und eines um Bruno Sicardy vom Pariser Observatorium richteten Insgesamt acht Beobachtungsinstrumente auf das Ereignis gerichtet und konnten genau vermessen, wann die Bedeckung des Sterns an unterschiedlichen Orten Südamerikas durch Charon begann, endete und wie sie verlief.
Kombiniert aus den Daten ließ sich nun die genaue Größe des Plutomondes bestimmen – er weist einen Radius von mindestens 602 bis höchstens 614 Kilometern auf. Der Mond ist mit seiner achtfachen Plutomasse im Übrigen genau 1,71 Mal so dicht wie Wasser und besteht demnach wohl zur je zur Hälfte aus Eis und Fels.
Wie abrupt bei einer Bedeckung der Hintergrundstern verschwindet, lässt für genaue Beobachter auf der Erde Rückschlüsse auf die umgebende Atmosphäre vom Objek tzu. Letzteren Fall konnte man etwa 1988 am Pluto beobachten.
Und Charon? Auch bei dem etwa halb plutogroßen Mond deuteten erste Analysen auf eine Gashülle. Nun aber konnten weder Gulbis noch Sicardys Team nennenswerte Atmosphärenspuren finden – offenbar ist der ferne Mond, wenn überhaupt, nur von einer extrem dünnen Gashülle umgeben, die dann aus Stickstoff oder aus reinem Methan bestehen müsste. Nachdem Gase sich von Charon jedoch theoretisch extrem schnell in den Weltraum verflüchtigen müssten, sollten dann irgendwo auf seiner Oberfläche bislang nicht nachgewiesene, größere Methan-Eis oder Stickstoff-Quellen für steten Nachschub sorgen. >> spektrum-direkt / AH



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