Höllenritt zu heiß für Bakterien
Um dies herauszufinden, versetzten Westall und seine Kollegen irdische Gesteinsbrocken mit Mikrofossilien sowie mit Bakterien der Gattung Chroococcidiopsis und befestigten sie am Hitzeschild der FOTON M3-Kapsel, die im September 2007 zusammen mit weiteren Experimenten von Baikonur aus zu einem kurzen Flug ins All startete. Als die Sonde zwölf Tage später zur Erde zurückkehrte, wurden die Brocken an der Außenseite beim Eintritt in die Erdatmosphäre auf rund 1700 Grad Celsius erhitzt – ähnlich wie ein abstürzender Meteorit.
Die Forscher hatten für das Experiment Sedimentgesteine gewählt, da diese am ehesten Lebewesen oder Fossilien enthalten. Wie Westall nun auf dem European Planetary Science Congress in Münster berichtet, verdampften die Proben nicht völlig, sondern überzogen sich mit einer weißlichen Schmelzkruste. Die Bakterien vertrugen die hohen Temperaturen allerdings nicht. Sie hinterließen nur verkohlte Überreste. Mikrofossilien tief im Innern der künstlichen Meteoriten überstanden den Absturz dagegen.
Demnach können niemals voll entwickelte Organismen aus dem All auf die Erde gelangt sein, sondern allenfalls Biomoleküle. Eventuelle Lebensspuren in Marsmeteoriten sollten sich dagegen nachweisen lassen. Nur müssten Astrobiologen dafür nach fast weißen Gesteinsbrocken suchen. Die bisher bekannten Marsboten sind schwarze Basaltstücke, die in der Antarktis entdeckt wurden, wo sie sich gut vom eisigen Untergrund abheben.
Jan Hattenbach



drucken




Raumschiff Erde |
Go for Launch |
Himmelslichter |
Astronomers do it at Night |
Einsteins Kosmos |
Uhura Uraniae |
Astra's Spacelog | 






1. Unsinniger Versuch
29.09.2008, Theodora Pape, GöttingenDenn die Gesteinsproben wurden erwartungsgemäß vollständig durchheizt, was aber mit einem Meteoriten nicht immer geschehen würde.
Zumindest haben die Wisssenschaftler herausgefunden, dass Mikroben eine Temperatur von 1000° Celsius nicht überleben, auch wenn diese im Gestein sind, was man auch in einem normalen Ofen hätte herausfinden können.
Die Interpretation des Versuchs ist daher stark anzuzweifeln. Weil doch meteoritische Gesteinsbrocken weit größer sein können, und somit das Gesteinsinnere recht kühl bleiben kann, besonders wenn der Stein gegen Ende seines Falles ins Wasser stürzt und dabei auseinander bricht.
Da immer mehr Mikroben auch in tiefen Gesteinsschichten gefunden werden, ist die Panspermie, auch nach dem in meinen Augen eher lächerlichen Versuch, eine ernst zu nehmende Theorie.