Das Team um James Roberts ermittelte zunächst, dass sich der Mond einst wohl einmal alle 16 Stunden um sich selbst gedreht hatte, dann aber durch die Gravitation des Saturn verlangsamt wurde. Der Mond rotiert heute einmal pro Saturnumlauf alle 79 Tage und dreht dem Gasriesen immer dieselbe Seite zu.
Während des allmählichen Bremsvorgangs und der einhergehenden geologischen Deformation sei über etwa 100 Millionen Jahre lang ständig Wärme im Mondinneren entstanden. Diese haben sich aber vor allem unter dem Äquatorbereich verteilt, ergab die Simulation. Dadurch hätten sich besonders hier stetig angewärmte, auftreibende Eismassen aus dem Mondinneren nach oben geschoben und wären im Äquatorbereich durch die Oberfläche gebrochen, spekulieren Roberts und Co. Nachdem der Bremsprozess abgeschlossen war, sei keine Wärme mehr produziert worden, worauf der konvektiv emporgehobene Äquatorgrat auf dem erkaltenden Mond einfror.
Die Rotation vieler, dem Iapetus grundsätzlich ähnlicher Monde, wurde im Sonnensystem allerdings ebenso abgebremst, ohne dass dabei ein Äquatorgrad entstand, gibt Roberts zu. Tatsächlich aber sei der Saturnmond wohl heftiger viel verlangsamt worden als alle anderen Planetenbegleiter.
Seit der prominente Bergrücken bei einem Vorbeiflug der Raumsonde Cassini in der Neujahrsnacht 2005 erstmals erkannt wurde, schlugen verschiedene Forscher sehr unterschiedliche Theorien zur Entstehung der Formation vor. Einige Forscher glauben etwa, dass Iapetus früher von einem eigenen Ring umgeben war, bevor er auf seine heute entfernte Umlaufbahn geriet. Die Ringtrümmer seinen dann nach und nach aus ihrem Orbit über dem Äquator auf den Mond gestürzt.
Jan Osterkamp






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