Dieses Ergebnis spreche gegen ein vorangegangenes Verschmelzen zweier Galaxien als "Zündmechanismus". Hierbei sollte ein Teil der Materie seine regulären Bahnen verlassen und sich in Richtung des extrem massereichen Schwarzen Lochs bewegen. Laut dieser Theorie müssten sich die aktiven Schwarzen Löcher allerdings bevorzugt in rund 20-mal masseärmeren Galaxien befinden. "Offenbar werden Schwarze Löcher in den meisten Fällen durch Vorgänge innerhalb der Galaxie selbst gefüttert, zum Beispiel durch Scheibeninstabilitäten oder durch die rasche Bildung vieler neuer Sterne, nicht aber durch Kollisionen mit anderen Galaxien", fasst Allevato zusammen.
Bereits 2010 kam eine Studie, die auf Daten des Weltraumteleskops Hubble basierte, zu einem ähnlichen Schluss. Die Forscher fanden damals keinen starken Zusammenhang zwischen aktiven Schwarzen Löchern und dem Verschmelzen von Galaxien. Allerdings hatte man damals nur relativ nahe Sternsysteme analysiert.
Die neue Arbeit erweitert den untersuchten Radius nun von acht auf elf Milliarden Lichtjahre und damit in die Frühzeit des Kosmos. Damals lagen die Galaxien noch wesentlich dichter zusammen als in jüngerer Vergangenheit, und Kollisionen dürften deutlich häufiger aufgetreten sein. Dennoch gehen Allevato und ihre Kollegen davon aus, dass solche Crashs die Aktivität von mittelhellen Galaxienkernen nur in wenigen Prozent der Fälle ausgelöst haben.
Maike Pollmann





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