Die beiden Astronomen untersuchten breite optische und ultraviolette Emissionslinien in Spektren von 37 Aktiven Galaxienkernen (AGNs). Die Breite der Linien wird stark von der Geschwindigkeit beeinflusst, mit der das Licht aussendende Gas um das Schwarze Loch wirbelt. Kollatschny und Zetzl stellten nun eine Beziehung zwischen der beobachteten Linienbreite und der Form der Linien fest. Aus dieser Relation leiteten sie dann ab, dass das Gas in der Zentralregion vornehmlich auf Kreisbahnen um das Schwarze Loch rotiert, verbunden mit turbulenten, also ungeordneten Bewegungen.
Der Durchmesser des Bereichs, aus dem die untersuchten breiten Emissionslinien stammen, reicht von wenigen bis zu mehr als 100 Lichttagen. Damit ist dieser Teil der Akkretionsscheibe mit Teleskopen räumlich nicht auflösbar. Deshalb wissen Astronomen erst wenig über die Kinematik sowie über die Struktur der Gas- und Staubscheibe um das zentrale Schwarze Loch. Kollatschny und Zetzl schließen aus ihren Ergebnissen, dass sich die Geometrie der Zentralregion systematisch mit der Rotationsgeschwindigkeit verändert. Relativ flach sei sie für schnell rotierende AGNs mit breiten Emissionslinien, während sie für langsam rotierende AGNs mit schmalen Emissionslinien eher kugelförmig sei.(mp)





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